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Abstract
Sehstörungen nach Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma sind komplexe Wahrnehmungsdefizite, die erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität der Patient*innen haben und weitreichende Konsequenzen für die Rehabilitation bringen. Neben der neurologischen und neuropsychologischen Dimension spielen beim Genesungsprozess vor allem psychologische Faktoren eine entscheidende Rolle. Besonders der Placebo-Effekt illustriert die komplexe Beziehung zwischen Geist und Körper. Unsere klinischen Studien untersuchten die Wirksamkeit der restitutiven Therapie auf die trainingsinduzierte Neuroplastizität bei Patient*innen mit Gesichtsfeldausfällen. Die Ergebnisse zeigen, dass nach dem Training bei strenger, eye-tracking-gestützter Gesichtsfeldmessung keine signifikante perimetrisch messbare Verbesserung des Gesichtsfelds gefunden werden kann. Subjektive Bewertungen der Patient*innen deuten jedoch auf Verbesserungen und damit auf einen Placebo-Effekt hin. Zusätzlich zeigen die Ergebnisse unserer Studien, dass restitutives Training möglicherweise bei visuellem Neglect einen positiven Einfluss auf die perimetrisch-messbare Wahrnehmung von Patient*innen haben könnte. Diese Diskrepanzen illustrieren die Notwendigkeit einer strikten Unterscheidung zwischen neurophysiologischen Veränderungen und psychologischen Effekten. Zukünftige Forschung sollte methodisch rigorose Ansätze nutzen, um sowohl bei Patient*innen, als auch bei Behandler*innen realistische Erwartungen zu setzen, bestehende Methoden kritisch zu evaluieren und effektive Behandlungsstrategien weiterzuentwickeln. Besonders die Rolle des Placebo-Effekts sollte weiter beleuchtet und in die Bewertung neuropsychologischer Interventionen im Rehabilitationsprozess bedacht werden.
| Titel in Übersetzung | The psychology of neurovisual neurorehabilitation |
|---|---|
| Originalsprache | Deutsch |
| Seiten (von - bis) | 129-136 |
| Seitenumfang | 8 |
| Fachzeitschrift | Neurologie und Rehabilitation |
| Jahrgang | 30 |
| Ausgabenummer | 3 |
| DOIs | |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - 1 Okt. 2024 |
Schlagwörter
- Gesichtsfeldausfall
- Hemianopie
- Neglekt
- Restitution
- Eye-Tracking
- Perimetrie
- Placebo
- Virtual Reality
Klassifizierung nach Österreichischer Systematik der Wissenschaftszweige (ÖFOS 2012)
- 302038 Klinische Neuropsychologie
Applied Research Level (ARL)
- ARL Level 9 - Umsetzung mit Nachweis des erfolgreichen Einsatzes
Forschungsschwerpunkt(e)
- Kein Forschungsschwerpunkt
Fingerprint
Untersuchen Sie die Forschungsthemen von „Die Psychologie der Neurovisuellen Neurorehabilitation“. Zusammen bilden sie einen einzigartigen Fingerprint.Projekte
- 1 Abgeschlossen
-
Fortgeschrittene Perimetrie zur Evaluierung der Neuroplastizität im visuellen Kortex
Leitner, M. (Projektleitungstellvertretung), Hawelka, S. (Projektleitung) & Hutzler, F. (Projektleitungstellvertretung)
1/07/18 → 30/06/23
Projekt: Geförderte Forschung
-
Placebo Effect After Vision Restoration Training? Evidence from Virtual Reality Rehabilitation and Real-Time Eye Tracking Perimetry on Training-Induced Neuroplasticity after Stroke
Leitner, M. C., 10 Okt. 2023.Publikation: Konferenzbeitrag › Abstract › Begutachtung
-
Placebo effect after visual restitution training: no eye-tracking controlled perimetric improvement after visual border stimulation in late subacute and chronic visual field defects after stroke
Leitner, M. C., Ladek, A.-M., Hutzler, F., Reitsamer, H. & Hawelka, S., 29 Juni 2023, in: Front. Neurol.. 14Titel in Übersetzung :Placeboeffekt nach visuellem Restitutionstraining: keine augenbewegungskontrollierte perimetrische Verbesserung nach visueller Randstimulation bei späten subakuten und chronischen Gesichtsfeldausfällen nach Schlaganfall Publikation: Beitrag in Fachzeitschrift › Artikel › Begutachtung
Open Access -
Eye-tracking-based visual field analysis (EFA): a reliable and precise perimetric methodology for the assessment of visual field defects
Leitner, M. C., Hutzler, F., Schuster, S., Vignali, L., Marvan, P., Reitsamer, H. & Hawelka, S., März 2021, in: BMJ Open Ophthalmology.Titel in Übersetzung :Eye-Tracking-basierte Gesichtsfeldanalyse (EFA): eine zuverlässige und präzise perimetrische Methodik zur Bewertung von Gesichtsfeldausfällen Publikation: Beitrag in Fachzeitschrift › Artikel › Begutachtung
Open Access
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